Mai 06 / Französischer Atomkraftgegner wegen Geheimdokumenten in Gewahrsam
Nach einer Meldung der Nachrichtenagentur AFP von heute, dem 16.05.06, um 15:49 Uhr ist heute in Frankreich Stéphane Lhommes, "ein führender französischer Atomkraftgegner", in "Polizeigewahrsam genommen" worden.
Laut seinem Anwalt Philippe Reulet, begründeten die französischen Behörden die "Festsetzung" von Stéphane Lhommes mit dem "Besitz von Geheimdokumenten zur nuklearen Sicherheit". Stéphane Lhommes ist laut der AFP-Meldung ein Sprecher der französischen "Anti-Atomkraft-Organisation" 'Réseau Sortir du nucléaire', er hatte nach der AFP-Meldung "mehrfach mit Schienenblockaden die mangelhafte Sicherheit von Atommülltransporten angeprangert".
In einem Buch, so AFP weiter, hatte er "nach eigenen Angaben" zudem "offizielle Dokumente zitiert", die teils als "vertraulich oder als Militärgeheimnis eingestuft" waren.
Nähere Einzelheiten sind von der Nachrichtenagentur AFP nicht berichtet worden.
Hintergrund:
In Frankreich werden Atommüll-Transporte von den offiziellen Stellen als "Verteigungsgeheimnis" (Arrêté secret Défense) eingestuft, die Veröffentlichung der Castor-Fahrpläne steht unter Strafe. - Das französische Netzwerk Réseau Sortir du nucléaire hat in der Vergangenheit trotz dieses Verbotes immer wieder die voraussichtliche Fahrtroute und die Durchfahrtszeiten von Castor-Transporten bekannt gegeben, zuletzt beim Gorleben-CASTOR im November 2005.
Die Dokumente gibt es hier! Damit sieh nicht so geheim bleiben...