Polizei zurück zur Natur
Das 20. Jahrhundert brachte einen riesigen technischen Fortschritt mit sich:
ICEs lösten Dampflokomotiven ab. Flugzeug und Raumfahrt überwanden die
Schwerkraft und mit Telephon und Internet lässt sich mit fast jedem Ort auf
der Welt kommunizieren.
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Nun im Januar 2010 entschloss sich die Nordrhein-Westfälische Landesregierung eine dritte Reiterstaffel einzuführen, nachdem sich rot/grün im Jahre 2003 erbarmt hatte, das Relikt aufs Altenteil zu schicken. Interessant war die Begründung mit der der Landesinnenminister das Comeback der Kavallerie rechtfertigte
"Die Polizeibeamten haben aus dem Sattel heraus einen besseren Überblick. Das ist gerade bei großen Menschenmengen oder unübersichtlichem Gelände wichtig", erläuterte der Minister. "In konfliktbeladenen Situationen, wie beispielsweise bei Fußballeinsätzen, wirken Pferde respekteinflößend und deeskalierend. Das schützt auch die eingesetzten Polizisten und macht den hohen Einsatzwert der Polizeipferde deutlich."
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Wer neben den eingesetzten Polizisten geschützt wird, wenn Pferde in Menschenmengen preschen, erwähnte der Minister nicht. Ebensowenig ob er sich bei der These dass man durch Respekteinflößendes Verhalten deeskaliert von Thomas Hobbes (1588-1679, rechts) inspirieren ließ, der einst von einem ständigen Krieg aller gegen alle schwadronierte und sich einen Leviathan herbeiwünschte, der für Ruhe und Ordnung sorgt.
Ob sich Innenminister Ingo Wolf mit dem Leviathan identifiziert oder "Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf" auf sich bezog - Wer weiß es schon. Fest steht, dass die FDP auch schonmal liberaler war.
Kommentare
#1 Hobbes ist Liberaler
Vielleicht solltet ihr mal zur Kenntnis nehmen, dass Thomas Hobbes zu den Begründern des Liberalismus zählt. Seinem " Leviathan" zufolge muss der Staat das Gewaltmonopol an sich ziehen, um Frieden unter den Individuen zu erzwingen, worauf sich dann Handel und Produktion, also kapitalistischer Reichtum aufbauen lassen.
Ein Konzept, dass schon Rousseau als Verabsolutierung und Verherrlichung der eigenen, bürgerlichen Gesellschaft kritisierte. Nur in einer Gesellschaft, die die Menschen zwingt, gegeneinander zu arbeiten, um zu überleben, macht eine solcherartige Theorie Sinn.
Hobbes schlägt übrigens zwar keinen " Grundrechtekatalog" vor, meint aber ein solcherart aufgebauter Staat täte gut daran, einige individuelle Freiheitsrechte einzuräumen.
Hobbes und eine liberale FDP passen also äußerst gut zusammen und sind keinesfalls ein Widerspruch. Auf so eine Idee kommt man aber auch nur, wenn man dem Liberalismus seine Ideologie, es ginge ihm um das Wohl der Individuen, nicht um optimale Kapitalverwertung, auch abnimmt.
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